Fettabsaugung (Liposuktion, Bodysculpturing, Bodystyling, Lipocontouring )

Der Körper lagert bei Frauen und Männern an unterschiedlichen Körperstellen Speicherfett an. Bei Frauen sind meist die Hüftregion, die Oberschenkel und der Bauch betroffen, bei Männern sind die bevorzugten Regionen der Bauch, die Flanken und die Brust. Diese Fettdepots können unförmige Ausmaße erreichen und sind durch Diäten und sportliche Betätigung nur begrenzt veränderbar. Auch bei sehr schlanken Frauen können zum Beispiel Fettdepots im Bereich der Hüften, welche als Reithosenlipomatose bezeichnet werden, vorhanden sein. An manchen Regionen können Fettdepots auch zu einer funktionellen Beeinträchtigung führen, wie z.B. am Oberschenken innen. Fettansammlungen können dort das Gehen und Laufen behindern, zusätzlich kann es zu Irritationen und Entzündungen der an einander reibenden Haut kommen.

Eine Sonderform der unförmigen Fettablagerung ist beim Lipödem vorhanden. Beim Lipödem handelt es sich um eine chronisch Erkrankung mit einer schmerzhaften symmetrisch lokalisierten Vermehrung des Unterhautfettgewebes an den unteren und auch oberen Extremitäten. Die Erkrankung kommt fast ausschließlich bei Frauen vor. Typisch ist eine deutliche Dysproportion von Stamm und Extremitäten, während die Frauen am Stamm meistens schlank sind, besteht eine deutliche Fettansammlung im Bereich der Beine und auch der Arme. Da der Knöchel und der Fuß nicht betroffen sind, kommt es in diesem Bereich zu einem deutlichen Kalibersprung mit einer Art Muff oder Kragenbildung. Zusätzlich bestehen Schwellungen (Ödeme) im Bereich der betroffenen Regionen, sowie eine Neigung zu Blutergüssen bei Bagatelltraumen. Charakteristisch sind auch der spontane Schmerz und die gesteigerte Druckschmerzhaftigkeit des Gewebes. Die Therapie des Lipödems durch Liposuktion wird heute von den Krankenkassen als Heilbehandlung angesehen. Zusätzlich sind Kompressionsbehandlungen mit Kompressionsbekleidung und konsequent durchgeführte Entstauungstherapien durch manuelle Lymphdrainage notwendig.

 
Durch eine Fettabsaugung kann gezielt das Fett an jenen Stellen beseitigt werden, wo es im Übermaß vorhanden ist. Die Haut über den abgesaugten Arealen legt sich durch die Elastizität an die neue Form an, zusätzlich kommt es durch zarte innere Vernarbungsvorgänge zu einer Schrumpfung, sodaß bei ausreichender Hautelastizität keine überschüssige Hautfalten verbleiben.

Eine Fettabsaugung kann an jeder Körperregion durchgeführt werden, wo Deformierung nicht knöchern oder muskulär, sondern durch die Dicke der Fettschicht vorhanden sind. Von Bodysculpturing spricht man, wenn mehrere Regionen des Körpers wie Bauch, Flanken, Gesäß, Oberschenkel etc. durch eine Fettabsaugung neu geformt werden. Dadurch ergeben sich oft komplett neue Körperformen, wobei der Reiz und die Schönheit vor allem des weiblichen Körpers sich durch harmonische Übergänge von Rundungen ergibt. Die Arbeit des Plastischen Chirurgen ist in diesen Fällen ähnlich einem Bildhauer, Erfahrung und Sinn für perfekte Formen sind besonders wichtig.

Über einen kleinen Hautschnitt, welcher in der Regel 4 - 5 mm lang ist und welcher, wenn möglich in natürlichen Hautfalten versteckt ist, wird eine Fettabsaugkanüle in das Gewebe eingeführt. Durch hin- und her Bewegen der Absaugkanüle werden einzelne Kanäle in das Fettgewebe gesaugt, aus denen das Fettgewebe schonend herausgelöst wird. Bindegewebssepten und größere Blutgefäße werden durch den Absaugvorgang nicht zerstört. Der Einstichkanal wird durch eine feine Naht verschlossen.

Die kleinen Operationswunden werden mit Pflaster versorgt. Noch im Operationssaal wird eine Kompressionskleidung (Kompressionshose, elastisches Bauchmieder, Kinnbandage etc.) angelegt, welche für 4 - 6 Wochen ständig getragen werden muss und nur zur Körperpflege ausgezogen werden darf.

Regelmäßig treten nach der Operation Blutergüsse und Schwellungen auf. Zum schnelleren Verschwinden derselben können die abgesaugten Regionen mit Blutegelsalben behandelt werden. Eine leichte Massage (Lymphdrainage) der abgesaugten Regionen kann ebenfalls den Heilungsverlauf fördern. Je nach Menge des abzusaugenden Fettes kann der Eingriff entweder in Allgemeinnarkose, mit Kreuzstich oder in lokaler Unterspritzung durchgeführt werden.

Nach dem Eingriff sollte für einige Wochen kein Sport betrieben werden und außerdem körperliche Anstrengung oder Hitze von außen (Sauna) vermieden werden. Radfahren ist meist bereits nach drei Wochen möglich. Sportarten, welche zu Erschütterungen und starker Anstrengung, (wie z.B. Laufen) sind für sechs Wochen nicht erlaubt.

Das endgültige Ergebnis kann nach ca. 2 Monaten beurteilt werden.
Durch den operativen Eingriff können im allgemeinen die Fettdepots vollständig entfernt werden. Auch eine Cellulite kann durch den Eingriff gebessert werden. Das Ergebnis ist dauerhaft, da sich Fettzellen nicht nachbilden können. Bei ausgeprägten Fettansammlungen ist es oft nicht möglich, in einer einzigen Sitzung alle Fettdepots zu entfernen, in diesen Fällen sind mehrere operative Eingriffe in Abständen von ca. 2 - 3 Monaten notwendig.